Montag, 16. September 2013

OER13 - eine persönliche Nachlese

Der Einsatz auf der OER13 hat mir viel Spaß gemacht.
Foto: CC-BY-SA, Version 3.0, Hedwig Seipel
Schön war sie, die erste deutsche Konferenz für freie Bildungsmaterialien #OERde13. Die zwei Tage in Berlin haben deutlich gemacht, dass die Zeit reif für eine ernste und konstruktive Diskussion über neue, offene und freie Bildungsmaterialien ist. Diese Diskussion fand an den beiden Konferenztagen laufend statt. Ob in den Vorträgen, die hier gerne Talks genannt wurden oder in den offenen Sessions des BarCamps oder auch in den Pausen beim leckeren Essen und Trinken, wurden Meinungen ausgetauscht und Standpunkte deutlich gemacht. Die Vielfalt der Themen und die recht heterogene "Herkunft" der Teilnehmer - die meisten kamen aus dem Bereich Schule und Hochschule -  haben für jede Menge neue Erfahrungen und Aha-Effekte gesorgt.
Für mich war die Erfahrung besonders groß, weil ich beim Thema OER eher zu den Neulingen gehöre. Erst dort ist mir bewusst geworden, wie komplex eigentlich OER ist und wie unterschiedlich die Interessen sind, die dabei verfolgt werden. Die OER-Welt unterscheidet sich deutlich von der Unternehmenswelt, in der ich mich tagtäglich bewege. Diese Feststellung ist keine Wertung, sondern eine reine Beobachtung, aus der sich vielleicht eine Symbiose entwickeln kann. Eine Symbiose, die Vorteile, Erfahrungen und Werte beider Welten vereint. Die private Wirtschaft könnte dabei ihre Vermarktungskompetenz und die OER die Vielfalt und Qualität der Inhalte zum gemeinsamen Erfolg beitragen.
Ohne jetzt detailliert auf einzelne Aspekte einzugehen, habe ich drei, ganz persönliche Erkenntnisse gewonnen:
  1. OER braucht Publicity. Was OER eigentlich ist, was dahinter steckt bzw. stecken kann, das wissen nur Insider. Solange der Begriff im gesellschaftlichen Bewusstsein nicht verankert ist,  kann sich keine wirklich offene und allen zugängliche Diskussion entwickeln. 
  2. OER hat bereits heute eine Menge wertvolle Inhalte zu bieten. Das Problem ist, von ihnen zu erfahren und sie zu finden. Eine zielorientierte Vermarktung und damit allgemeine Verbreitung von OER findet noch nicht statt.
  3. OER hat das Potential die wirtschaftliche Entwicklung zahlreicher Branchen, wie z.B. die betriebliche und berufliche Weiterbildung oder das Verlagswesen stark zu beeinflussen. Je schneller hier ein Dialog aufgenommen wird, desto vorteilhafter kann die Zukunft für beide Seiten sein.
Die diesjährige Konferenz war ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Ich hoffe sehr, dass die Erfahrungen der beiden Tagen die Organisatoren ermutigt haben, die Veranstaltung im nächsten Jahr nicht nur fortzusetzen, sondern vielleicht sogar auszubauen. Ideen und Anregungen gab es viele und tatkräftige Unterstützer werden sich sicher wieder finden, ich wäre dabei. Danke an das gesamte Orga-Team: Ihr seid Spitze und die Zusammenarbeit mit Euch hat richtig Spass gemacht!