Mittwoch, 20. November 2013

Definiere Lernen 2.0

Über einen #MOOC, den ich aktuell auch verfolge, habe ich noch gar nicht geschrieben, ich kam einfach nicht dazu. Es geht um den bMOOC "Lernexzellenz 2.0", der die eLearning SUMMIT Tour 2013 begleitet und insgesamt 5 Wochen dauert.
In der ersten Woche ging es um das Thema Kompetenz bzw. um das kompetenzbasiertes Lernen. Dabei wurde u.a. die Frage aufgeworfen, ob E-Learning (#elearning) im Social-Business-Zeitalter überhaupt noch eine Chance hat. Meine persönliche Antwort lautet: Ja, klar, wann, wenn nicht jetzt! Man darf nur E-Learning nicht zu eng definieren und vielleicht nur an WBTs oder feste Lernprogramme denken. Wir können gar nicht Nicht-Lernen, wenn wir uns in sozialen Netzwerken austauschen.
Und damit wäre ich beim aktuellen Thema des MOOCs, nämlich "Lernen begeistert und schafft neue Möglichkeiten". Karlheinz Pape erläutert in seiner wie immer pragmatischen und durch Erfahrung geprägten Art und Weise, warum das Lernen im Netz(werk) einfach Spaß machen muss.


In seinen Ausführungen hat mich vor allem die Definition fürs Lernen 2.0 begeistert: "Lernen 2.0 ist dann, wenn die Rollen zwischen dem Lehrenden und dem Lernenden dauernd wechseln." Was so einfach klingt, wirft im Prinzip die klassische Hierarchie der Bildungssysteme über den Haufen. Ich glaube, wir sind gegenwärtig Zeugen und Akteure eines echten Paradigmawechsels in der Bildung.
Was das für Schulen und Hochschulen bedeuten mag, das kann ich aus meiner Perspektive nicht beurteilen. Aus täglicher Erfahrung kann ich den Wechsel nur auf die betriebliche und unternehmerische (Weiter-)Bildung reflektieren. Ich stelle fest, es tut sich einerseits sehr viel und zahlreiche Unternehmen wagen den Schritt in Richtung der neuen Lernformen über Community, Unkonferenzen (z.B. Barcamp) und sogar MOOC. Anderseits kämpfen andere immer noch sehr um die Macht der Hierarchie. Auch so manche Trainerkollegen können sich nicht vorstellen nicht nur Lehrer, sondern auch Lerner zu sein. Karheinz Pape deutet in seinen Ausführungen ebenfalls auf das Problem der hierarchischen Abhängigkeit in Unternehmen an. Mit jemandem auf der gleichen Augenhöhe zu lernen und zu diskutieren ist nicht einfach, wer derjenige gleichzeitig über mein Gehalt entscheidet. Da habe ich als Freiberufler schon viel einfacher ;-).
Schauen Sie sich den kurzweiligen Beitrag an, es lohnt sich.