Dienstag, 17. Dezember 2013

Tolle Erfahrung mit #Mooccamp13

Kinder, wie die Zeit vergeht! Fast einen ganzen Monat lang habe ich keinen Beitrag geschrieben. Es lag nicht daran, dass sich so wenig rund um #mooc, #oer oder #elearning getan hat, sondern im Gegenteil, ich rotierte ständig zwischen Brötchen-Verdienen und diversen Aktivitäten zu genau diesen Themen.
Am letzten Wochenende nahm ich in Frankfurt am #Mooccamp13 teil. Die Veranstaltung war für MOOC-Macher und -Interessierte bestimmt. In erster Linie ging es dabei um Erfahrungsaustausch aus den bisher in Deutschland durchgeführten MOOCs und um die Diskussion, wie sich die MOOC-Landschaft künftig verändern kann. Der Schwerpunkt der Themen und auch die meisten Teilnehmer kamen aus dem Hochschulbereich. Das war mir bei der Anmeldung nicht so klar, weil die Einladung recht allgemein und breit ausgelegt wurde.
Warum war die Veranstaltung so stark hochschulorientiert?
Dazu habe ich zwei Ideen und weiß nicht, welche besser zutrifft. Entweder werden MOOCs in Deutschland ausschließlich von und für Hochschulen gemacht, oder war es für die Veranstalter selbstverständlich, dass sich für MOOCs in erster Linie nur Hochschulen interessieren. Manchmal hatte ich schon das Gefühl, dass sich alles nur um Hochschulen drehte. Damit gehörte ich als "Schulbildung-Fremde" wieder mal der deutlichen Minderheit an.

Dadurch war die Veranstaltung für mich aber nicht schlechter. Im Gegenteil, die Stimmung war super, der Austausch untereinander intensiv und die Vorträge bzw. Sessions äußerst interessant. Dieser Meinung sind auch andere Teilnehmer, was man in der Community (https://plus.google.com/102484891814321353019/posts/FfhL11TrcYb) in den Kommentaren zum Beitrag von Martin Lindner nachlesen kann.
Am Samstag gab es eine Reihe interessante Vorträge und Diskussionen, auf die ich heute im Detail nicht näher eingehen will. Für mich war nämlich der Sonntag viel spannender: Ich habe mich getraut, zum ersten Mal eine Barcamp-Session anzubieten. Mein Thema war: Wie nachhaltig ist das, was wir in MOOCs lernen? Es ging mir um die Diskussion darüber, ob die konstruktivistische Lernform eines MOOCs nachhaltiger für die Teilnehmer ist als das Lernen in einer klassischen Präsenzform (Seminar, Vortrag etc.). Mein Hintergedanke zu dieser Diskussion ging in die Richtung von MOOCs in der betrieblichen Weiterbildung. Hier ist schließlich Nachhaltigkeit ein großes Thema und wichtiges Vermarktungsargument. Das Problem ist, dass Teilnehmer nach einer gewöhnlichen Weiterbildungsveranstaltung, z.B. eines Seminars, nur im geringen Maße das Gelernte tatsächlich in der Praxis anwenden. Das bedeutet, die Nachhaltigkeit ist sehr gering. Wenn MOOCs nachhaltiger als "Konsum-Lernen" wären, könnten sie dann eine richtige Lernform, auch in der betrieblichen Weiterbildung, sein?
In der Session merkte ich sehr schnell, dass die Teilnehmer zwar sehr viel und sehr fundiertes Wissen über MOOCs besitzen, aber extrem stark schul- und hochschulorientiert sind. Die Besonderheiten, die in gelebter Praxis unternehmerischer Weiterbildung eine große Rolle spielen, (und davon könnte ich ein Lied singen, aber nicht in wenigen Minuten die Teilnehmer aufklären) kamen dadurch kaum bis gar nicht auf den Tisch. Die Diskussion entwickelte sich schnell in eine andere Richtung, nämlich: Sind MOOCs überhaupt für die betriebliche Weiterbildung geeignet? Wo bleibt das "O" für offen? Äußerst spannende Fragen, die jedoch in der Kürze der Zeit nicht zu beantworten waren.  Für mich war die Diskussion trotzdem extrem wertvoll. Sie brachte mich nämlich auf eine Idee… Doch darüber schreibe ich im nächsten Beitrag, weil das nicht mehr zum Bericht über die Veranstaltung gehört.
Ein Erlebnis muss ich unbedingt noch loswerden. Mit große Freude nahm ich an der Session zum #mathemooc teil. Endlich lernte ich Christian Spannagel und sein Team persönlich kennen! Bei der Session diskutierten wir über den stark abfallenden Trend in der Kommentarfreudigkeit der Teilnehmer beim MatheMOOC. Ja, ich bekenne mich. Auch ich bin als Teilnehmerin des MOOCs recht schreibfaul und beschränke mich meistens auf stilles Mitmachen. Geht es anderen Teilnehmer auch so oder ist eine geringe Bereitschaft Beiträge und Lösungen zu kommentieren "total normal" in einem MOOC? Ich denke, dass es nicht schaden kann, als Veranstalter die Erwartung in Hinblick auf die Anzahl der Kommentare nach unten zu korrigieren. Dann fällt die Enttäuschung nicht so stark aus ;-). Wie auch immer, wir haben in der Runde einige Ideen entwickelt welche jetzt in der Praxis erprobt werden. Ich selbst fasse mir an die Nase und wende mich jetzt wieder dem MatheMOOC zu.