Samstag, 22. März 2014

Ein neuer #MOOC, ein neues Glück

Endlich mache ich wieder aktiv bei einem #MOOC mit. Diesmal handelt es sich um "Imoox - Lernen im Netz: Vom Möglichen und Machbaren". Die Macher des MOOCs, Dr. Elke Lackner und Michael Kopp, beide lehren und forschen in den Bereichen #E-Learning, Social Media und Open Educational Resources an der Universität Graz, wollen in dem Kurs einen Überblick über aktuelle Trends beim Lernen im Netz wie zum Beispiel #Mobile Learning, #Social Media, urheberrechtliche Aspekte, Open Educational Resources (#OER), Lernplattformen oder MOOCs geben.
In der ersten Woche lernten wir die Plattform kennen und stellten uns vor. Letzte Woche ging es richtig mit dem ersten Themenblock "Lerntheorien" los. Das Lehrmaterial ist sehr gut recherchiert und vorbereitet. Ansprechende Videos und Präsentationen sowie eine Menge Pflichtressourcen (#L3T gehört auch dazu) sorgen dafür, dass garantiert keine Langeweile aufkommt.
Die Kommunikation der Teilnehmer untereinander - ich freue mich so viele bekannte Gesichter hier wieder zu treffen - entwickelt sich sehr gut. Das in der MOOC-Plattform integrierte Forum ist zwar ein wenig spartanisch, doch in Verbindung mit der gegründeten Facebook-Gruppe, läuft der Austausch prima. Auch ich habe hier schon meinen Senf in der Diskussion um die Abgrenzung der Lerntheorien beigesteuert:

"Die Methoden im Kurs sind einfach einzeln dargestellt. Das heißt aber nicht, dass sie nur getrennt oder abgegrenzt anwendbar wären. Sie haben sich nacheinander entwickelt aber nicht ersetzt. Wenn ich meine Art von Seminaren etc. betrachte, dann jongliere ich mit allen Methoden: bei Vorstellung einer neuen Regel etc. bin ich behavioristisch, bei Übungen gehe ich in unterschiedlich vor - bis zum Konstruktivismus, wenn ich die Teilnehmer auf die Suche nach Aufgaben schicke."

Am Ende einer Lerneinheit stehen eine "Hausaufgabe" und ein Quiz. Wenn man alle Quiz mit mind. 75% richtigen Antworten schafft, dann bekommt man sogar eine Teilnahmebescheinigung am Ende des Kurses. Das dürfte nicht so schwer sein, weil jedes Quiz fünfmal wiederholt werden darf. Beim ersten Quiz sind mir beim dritten Durchgang tatsächlich 100% gelungen.
Die Hausaufgabe war nicht ganz ohne. Gefragt waren Kritikpunkte zu den Lerntheorien. Weil schon einige Teilnehmer vor mir sehr gute und ausschöpfende Beiträge geliefert haben, löste ich meine Ausgabe etwas anders:
"In den bereits vorliegenden Ausarbeitungen anderer Teilnehmern sind die wichtigsten Kritikpunkte sehr gut zusammengefasst. Statt diese zu wiederholen, habe ich mich nach kritischen Auseinandersetzungen mit den Lerntheorien umgeschaut. Sie liefern eine vertiefende Analyse der in den anderen Beiträgen erwähnten Punkte. Wer sich in diese Ausarbeitungen gerne einlesen will, hier die Links:

1. Behaviorismus:
http://michael-kraus.info/ew/reaktionen.shtml Hier setzt sich der Autor mit den Prinzipien des Behaviorismus am Beispiel von MKULTRA (lt. Wikipedia ein umfangreiches geheimes Forschungsprogramm der CIA über Möglichkeiten der Bewusstseinskontrolle). Seine Aussage: der Mensch ist keine „Black Box“ und deshalb ist Behaviorismus veraltet und überholt.

2. Kognitivismus:
In dieser Diplomarbeit beschäftigt sich Sebastian Eichner mit der Problematik, dass technische Aspekte einer Lernsoftware unbedingt mit didaktischen Ansätzen zu verbinden sind.
Bei der Kritik des Kognitivismus bezieht er sich auf Holzinger (Holzinger, Andreas (2000): Basiswissen Multimediale − Band 2: Lernen; 1. Auflage; Würzburg: Vogel) und meint „eine Überbetonung der Bedeutung, die propositionale Repräsentationen
für den Lernprozess haben, sowie die Konzentration auf Informationsverarbeitungsprozesse, bei der manchmal zu weitgehende Parallelen zwischen Computern und menschlichen Denkvorgängen gezogen werden.
Aus kognitivistischer Sicht ist es außerdem schwierig, das Erlernen körperlicher Fähigkeiten zu erklären.“

3. Konstruktivismus:
Hierzu habe ich eine Ausarbeitung von Kersten Reich gefunden, die sich gleich mit den 10 häufigsten Einwänden gegen Konstruktivismus beschäftigt. Die Arbeit ist recht umfangreich, doch sehr interessant geschrieben.

4. Konnektivismus:

Die hier gefundene Kritik deckt sich sehr stark mit meiner eigenen Auffassung, wie Konnektivismus im Kontext der klassischen Lerntheorien positioniert wird. M.E. handelt es sich um keine neue Theorie, sondern um eine Ergänzung und Verfeinerung der bestehenden Theorien. Neu sind die Lernmedien auf die Konnektivismus abgestimmt ist."

Nächste Woche geht es um "Lernmedien". Ich bin schon sehr gespannt, was mich erwartet.
Übrigens… wenn Sie gerne noch mehr über den Imoox erfahren wollen, dann schauen Sie im Blog "Blended & flipped teaching / E-Learning" vorbei.