Montag, 7. März 2016

#Weiterbildung hat bei #OER mächtig aufgeholt

Die Entwicklung von OER in den einzelnen Bildungsbereichen verläuft recht unterschiedlich. Bisher teilten Schulen und Hochschulen das Feld fast vollständig untereinander auf. Das OER-Festival 2016 (#OERde16) hat bestätigt: die Weiterbildung holte mächtig auf und ist auf dem besten Wege in die erste Liga.

Der Grund ist für mich relativ klar. Die Rahmenbedingungen, in denen sich Weiterbildung bewegt, sich deutlich flexibler als in den anderen Bildungsbereichen. Die starke Heterogenität der Erwachsenen-/Weiterbildung ist prädestiniert für den vielfältigen Einsatz von OER. Auch die Fragen der Qualitätssicherung können hier offener und praxisorientierter beantwortet werden. Außerdem sind die Entscheidungswege, OER einzusetzen, überschaubar. Trainer/innen und Dozent/innen können weitgehend frei entscheiden, welche Materialien sie in ihren Trainings und Schulungen einsetzen.
Damit die Entwicklung von OER in dem Bereich kontinuierlich und nachhaltig weiter geht, müssten noch einige Szenarien verwirklicht werden:
  • Die Themen der Weiterbildung brauchen ihren festen und gegenüber den anderen Bildungsbereichen ausgewogeneren Platz in allgemeinen Bildungsprojekten und Diskussionen, aber auch auf der politischen Ebene.
  • Die Vernetzung der Weiterbildungsanbieter hat einen erheblichen Nachholbedarf. Um ihn zu beheben, müssten die Bildungsträger und –Akteure ihre Präsenz und Offenheit gegenüber OER stärker zum Ausdruck bringen, z.B. durch aktive Teilnahme an Veranstaltungen wie das OER-Festival. Leider habe ich dort die Berufs- und Dachverbände oder große Bildungswerke eher vermisst. Mit gutem Beispiel ist der Berufsverband für Berater, Trainer und Coaches (BDVT e.V) #BDVT, ein offizieller Unterstützer von #OERde16, mit seinem Informationsstand auf dem Marktplatz, sowie einem Vortrag im Fachforum voran gegangen.
  • Ein wichtiger Grund, warum sich noch relativ wenige Trainer/innen und Dozent/innen auf das OER-Feld wagen, ist das Unwissen, was OER sind bzw. dass  sie es überhaupt gibt. Deshalb werden Multiplikatoren gebraucht. Es sind aber keine missionierenden Jünglinge gefragt, sondern praxisorientierte OER-Versteher/innen, die kollegial unterstützen und nach Bedarf beraten. Sie fallen nicht vom Himmel und müssen daher ausgebildet werden. Ich hoffe sehr, dass ein Teil der Mittel aus der aktuellen #BMBF-Ausschreibung diesem Zweck zugute kommt.            

Selbstverständlich stellt sich die Frage, warum Trainer/innen und Dozent/innen sich mit OER überhaupt beschäftigen sollen. Diese Frage habe ich in meinem Vortrag im  Fachforum der #OERde16 versucht zu beantworten. Sorry, die Folien sind nicht selbsterklärend ;-).



Mein Fazit:
Trainer brauchen OER weil...
... das Urheberrecht erhalten bleibt.
... wer teilt, mehr zurück bekommt.
... Zusammenarbeit ohne rechtliche Hürden möglich ist.
... die Bekanntheit als „Experte“ steigt.
... Teilen ein Geschäftsmodell ist.