Dienstag, 10. Mai 2016

Wirkungsvoll online Präsentieren

Seitdem es PowerPoint und andere Präsentationssoftware gibt, ähneln viele Vorträge einer Folienschlacht. Sie sind echten Räumen kaum zu ertragen, doch virtuell sprengen sie eindeutig den zumutbaren Rahmen. Schade, weil wirkungsvoll online zu präsentieren gar nicht so schwierig ist.

Mein heutiger Blogbeitrag, der die "Goldene Gestaltungsregeln" erläutert erscheint nicht nur digital, sondern auch analog zwischen zwei Buchdeckeln im Rahmen des Buchprojektes "Frida". 
"Frida" (#frida16) ist ein spannendes Off- und Online-Projekt  von der Redemacherin Judith Torma Gonçalves, in dem Trainer, Berater, Blogger und andere Profis ihre Sicht auf unterschiedliche Aspekte der Kommunikation in kreativer Form zu Papier bringen. 
Als reales Notizbuch reist Frida seit Januar 2011 durchs Land und hat bei mir ihre 34. Station gemacht.
Als Ergänzung und Vertiefung der Buchbeiträge schreiben die beteiligten Autoren Artikel in ihren Blogs.

Deshalb zurück zum eigentlichen Thema.

Online-Präsentationen unterscheiden sich deutlich von Präsenzpräsentationen.  In echten Räumen fühlen sich die Menschen miteinander verbunden und entwickeln ein Gruppenzugehörigkeitsgefühl. Dieses Empfinden in virtuellen Räumen zu erreichen, ist die Kunst der Online-Präsentation. Sie brauchen einen eigenständigen Aufbau, eine mediengerechte Gestaltung und einen anderen kommunikativen Fokus als Präsenzpräsentationen, um ihre Wirkung voll entfalten zu können.

Die Qualität einer Online-Präsentation hängt von drei W-Faktoren ab:

  1. Wem soll die Präsentation einen Nutzen bringen?
  2. Was beinhalten die „Folien“ und wie werden sie eingesetzt?
  3. Wie sind die Inhalte didaktisch aufbereitet?
Je besser diese Faktoren aufeinander abgestimmt sind, desto höher ist die Qualität der Präsentation.

Meine Doppelseite in der "Frida"

Die Goldenen Gestaltungsregeln:


1. Eine Präsentation ist kein Handout!

Steht so viel auf den Folien, dass sie als Handout geeignet wären, dann ist es eine schlechte Präsentation. Auf guten Folien stehen nur kurze Texte, Stichwörter, oder es sind Bilder und Symbole statt Text abgebildet. Das reicht für ein Handout nicht aus. Ein Handout muss selbsterklärend, einfach zu lesen und leicht zum Ausdrucken sein. Gute Handouts enthalten klare Botschaften und vermitteln nur die wesentlichen Aussagen aus dem Vortrag.

2. Kamera nutzen!

Kommunikation ist viel mehr als verbale Vermittlung sachlicher Inhalte. Mehr als die Hälfte, nämlich 55%, macht die nonverbale Dimension aus. Das sind vor allem Mimik, Gestik und Körperhaltung. Und genau darauf verzichtet ein Redner, der im virtuellen Raum keine Kamera benutzt. Das heißt, ohne ein Live-Bild des Moderators kann ein Webinar nur halb so erfolgreich sein wie eine vergleichbare Präsenzveranstaltung!

3. Weniger ist mehr!

Reduzieren Sie das Gezeigte auf die Kernbotschaft, die sich das Publikum merken soll. Tragen Sie alles Weitere mündlich vor.

4. Gesichter sind visuelle Magnete!

Gehen Sie deshalb mit Abbildungen, die Gesichter darstellen, bewusst um und setzen Sie diese gezielt ein. Achten Sie dabei darauf, dass das Gesicht nicht von wichtigen Elementen der Seite ablenkt.

5. Mut zu Größe!

Zeigen Sie Bilder im Großformat und fügen Sie die Kernbotschaft in das Bild ein. Wichtig: geben Sie jeder wichtigen Botschaft ihre eigene Folie/Bild.

6. Ausreichende Folienanzahl!

Damit Ihre Teilnehmer „am Bildschirm kleben bleiben“ brauchen Sie mehr Folien als Sie üblicherweise in einer Präsenzveranstaltung verwenden würden. Planen Sie bei Vorträgen mit wenigen Interaktionen ca. 1 Schaubild pro 2 Minuten. Das hilft den Teilnehmern Informationen zu behalten und dem Thema während der ganzen Veranstaltungsdauer mit größerer Aufmerksamkeit  zu folgen.

7. Zielgruppengerecht!

Die Bedeutung von Farben, Piktogrammen, Abbildungen, sowie die Leserichtung sind kulturabhängig und nicht für alle gleich. Deshalb sollten Sie bei Ihrer Auswahl immer zielgruppenorientiert handeln.


Die Gestaltungsregeln schöpfen das Thema noch lange nicht aus. Wer Lust auf mehr hat, auf den wartet die Aufzeichnung meines Online-Vortrags, den ich für Forum DistacE-learning gehalten habe: