Freitag, 18. November 2016

Blended Learning - wie ein Live-Vortrag zu OER wird

OER (Open Educational Resources) und ihre Vorteile zu verstehen, klappt am besten an praktischen Beispielen. Heute stelle ich vor, wie ein Online-Vortrag über Blended Learning zu OER wird.

Den Vortrag „Blended Learning: Wenn sich Online und Präsenz das Jawort geben“ habe ich kostenlos auf einem Business-Portal live gehalten. Die gleichen Inhalte stehen jetzt als Videocast auf YouTube unter der freien Lizenz CC-BY zur Verfügung.


Ein Videocast braucht Bewegung und Animation, um auf den User attraktiv zu wirken. Deshalb habe ich mich für eine Prezi statt für Powerpoint entschieden. Das Layout der Vorlage habe ich in grober Anlehnung an eine Standard-Vorlage erstellt. Das war wichtig, weil die Standard-Vorlagen zwar frei sind, auch für kommerzielle Verwendung, es jedoch nicht klar ist, ob sie auch unter eine freie Lizenz gestellt werden dürfen. Deshalb besser selber machen, was in dem Tool recht einfach geht.

Auch bei der Auswahl der Fotos und Grafiken achtete ich darauf, dass sie frei lizenziert, möglichst als Public Domain oder CC-BY sind. Gefunden habe ich sie vor allem auf www.pixabay.com und www.unsplash.com . Die übrigen Inhalte stammen alle von mir bzw. wurden unter Angabe der Quelle inhaltlich zitiert. Als letztes Schaubild fügte ich die Quellen- und Lizenzangaben ein. Die Lizenz wurde auf https://creativecommons.org/choose/?lang=de erstellt.

Um den Vortrag mitscheiden zu dürfen und anschließend zu veröffentlichen, hätte ich die Erlaubnis des Veranstalters benötigt. Ich entschied mich, den unabhängigen Weg zu gehen und nahm den Vortrag vorab auf. Einen Testlauf mache ich ohnehin bei neuen Vorträgen. Also lies ich bei der „Generalprobe“ Screencast mit Tonaufnahme einfach mitlaufen. Ich nutze dafür Camtasia, doch für solche Zwecke sind auch einfachere und kostenlose Programme, wie z.B. Screencast-o-matic, gut geeignet.
Die schlimmsten „ähs“ wurden hinterher schnell entfernt und die Datei im mp4-Format gespeichert.

Mit der Veröffentlichung auf meinem YouTube-Kanal wartete ich fairerweise einige Tage nach dem Live-Vortrag ab, auch wenn die Inhalte nicht exklusiv für den Veranstalter erstellt wurden.
Beim Hochladen auf YouTube ist die Einstellung der richtigen Lizenz sehr wichtig. Systembedingt stehen alle Videos unter der sogenannten „YouTube-Standardlizenz“. Das lässt sich in den „Erweiterten Einstellungen“ ändern. Dort kann man die CC-BY-Lizenz auswählen.

Jetzt darf das Video frei verteilt, genutzt, geschnitten und sonst wie verwurstelt werden, solange mein Name als Urheberin dabei genannt wird.
Bin ich dadurch ärmer geworden, weil ich „meinen Inhalt“ freigegeben habe? Nein, im Gegenteil. Die ersten positiven Rückmeldungen sind schon da und auch Google hat das Video bemerkt ;-).

Und wenn die Kurzeinleitung für Euch / für Sie doch noch recht kompliziert klingt, kein Problem! Im nächsten Jahr wird es im Rahmen von OER-MuMiW die Qualifizierung zum „OER Fachexperten“ geben.

OER-MuMiW steht für "OER – Macher und Multiplikatoren in der Weiterbildung" ist ein Gemeinschaftswerk des BDVT mit der Fachhochschule Lübeck und der Unterstützung durch den Deutschen Institut für Erwachsenenbildung, sowie der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg. OER-MuMiW wird durch das Ministerium für Bildung und Forschung gefördert. Das Projekt hat bereits am 1. November 2016 begonnen und läuft bis zum 31.03.2018. Ziel desProjektes ist es, OER-Fachexperten auszubilden und zu etablieren (geprüfter OER-Fachexperte BDVT) und Akteure der Weiterbildung für die gegenwärtigen Herausforderungen fitzumachen.